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Köstliche Kräuter

===============REZKONV Format (B&S REZEPT-WEB 1.1)
 
     Titel: Köstliche Kräuter
Kategorien: Information, Kräuter
     Menge: 1 Keine Angabe
 
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Wildkräuter findet man überall - im Garten, am Wegesrand, im Wald und
auf Wiesen. Für die meisten Menschen ist das Unkraut. Dabei sind viele
dieser Gewächse als Arznei- und Heilpflanze in Gebrauch. Erst mit der
Kultivierung einiger Pflanzen ging die Verwendung der wilden Sorten
zurück.
 Vorteil Wildkräuter: - Wildkräuter beinhalten viel mehr Vitamine,
Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe als
Gartensalate.
- Sie decken bereits in geringen Mengen den täglichen Nährstoffgehalt.
- In vielen Pflanzen wie Beifuss und Löwenzahn kommen
verdauungsfördernde Bitterstoffe vor, die aus Kulturpflanzen meist
herausgezüchtet worden sind.
- Die enthaltenen ätherischen Öle und Flavonoide wirken sich positiv
aus auf die inneren Organe, Gefäße und den Kreislauf.
- In vielen Wildpflanzen ist zudem Kieselsäure enthalten. Sie ist
wichtig für Bindegewebe, Haut, Haare und Nägel.
 Giersch: Sein Wurzelwerk bildet ein weit verbreitetes Netz, und durch
sein freudiges Wachstum ist der Giersch Alptraum jedes Kleingärtners.
Wird dieses vitamin- und mineralstoffreiche Gemüse aber regelmäßig
gepflückt, bleibt die Ausbreitung an den Erntestellen unter Kontrolle.
Giersch bevorzugt leicht schattige Stellen und ist an Waldrändern und
zwischen lichten Hecken zu finden. In früherer Zeit galt er als das
Gemüse der armen Leute. Der Geschmack der jungen Blätter erinnert an
Sellerie, Petersilie und Möhre. Seine Blätter werden in der
Kräuterküche zu Salat, Gemüse, Suppe und als Getränk verarbeitet.
Giersch verbessert das allgemeine Wohlbefinden. Als Heilkraut wurde der
Giersch früher auf Grund seiner entzündungshemmenden, harntreibenden
Wirkung bei Gichtbeschwerden sowohl als Umschlag als auch als Tee
verwendet.
 Gundermann: Das aromatische Würzkraut ist auf feuchten, humusreichen
Böden, unter Hecken und Bäumen oder auch im Rasen zu finden. Der
Gundermann aromatisiert sowohl für pikante als auch für süße Speisen
und Getränke. Verwendet werden seine Blätter und Blüten aber nur in
geringen Mengen. Gundermann schmeckt ähnlich wie Minze, nur herber.
Als Heilmittel wurde es früher bei schlecht heilenden Wunden äußerlich
angewendet.
 Löwenzahn: Die Pusteblume ist fast überall zu finden, vornehmlich auf
nährstoffreichen Wiesen und Rasen. Die flugfähigen Samen werden durch
den Wind verbreitet und so entstehen neue Pflanzen. Der Blütenschaft
ist hohl und enthält einen milchigen Saft. Diese weiße Milch
hinterlässt auf der Haut und Kleidung Flecken, ist jedoch nicht giftig.
Statt sich über den Wuchs zu beschweren, sollte man die Blätter und
Blüten als Salat essen. Verwendbar sind alle Teile des Wildkrautes,
z.B. brüht man die Wurzel zu Löwenzahn-Kaffee auf, Blätter und Blüten
für Getränke, Gelees, Likör und die Knospen genießt man als #Kapern# in
Salat oder Saucen.
Löwenzahn hat eine nussig bittere Note. Als Heilmittel wird die Pflanze
bei Leber- und Gallenbeschwerden verwendet. Seine Bitterstoffe regen
Appetit und Verdauung an.
 Brennnessel: Die Brennnessel wurde sehr zu Unrecht lange unterschätzt.
Sie sollte bei keinem Blatt-Salat fehlen. Mit Essig und Öl übergossen,
verliert sie schnell ihren #brennende# Charakter. Wer dennoch Angst vor
ihren Nesseln hat, kann Sie in eine Plastiktüte packen und dann fest
durchwalken oder einfach mit dem Nudelholz bearbeiten. Dadurch brechen
ihre Brennhaare ab, und Sie haben nichts mehr zu befürchten.
 Gänseblümchen: Die Inhaltsstoffe des Gänseblümchens wirken anregend
auf den Gesamtstoffwechsel. Im Mittelalter war es eine beliebte
Heilpflanze bei Magen-, Leber- und Gallenbeschwerden. Auch als
Wundauflage und bei Husten wurde es verwendet. Blätter, Knospen und
Blüten können in Salaten, Getränken, Süßspeisen, Gelees, Tees und als
Dekoration für Speisen eingesetzt werden.
 Sauerampfer: Sauerampfer ist appetitanregend und wirkt blutreinigend
und harntreibend. Es kann als Spinat oder Suppe und im Salat verwendet
werden. Da es Oxalsäure enthält, lieber nur in kleinen Mengen nutzen.
Sauerampfer schmeckt leicht säuerlich und erinnert etwas an Rhabarber.
 Ernten erlaubt? In Landschaftsschutzgebieten ist das Ernten von
Wildkräutern erlaubt, in Naturschutzgebieten jedoch nicht. Deshalb sind
unbedingt die entsprechenden Hinweisschilder zu beachten.
Verboten ist natürlich auch das Sammeln von geschützten oder seltenen
Pflanzen.
 Vorsicht Fuchsbandwurm! Grundsätzlich sollten Sie das Sammelgut immer
gründlich abwaschen. Damit ist schon viel erreicht. Wer auf Nummer
sicher gehen möchte, kann die Pflanzen kurz auf 70 Grad Celsius
erhitzen. Die Inkubationszeit beträgt zehn bis 15 Jahre, da weiß man
rückblickend nicht, wo und wie man sich infiziert hat. Auch ist das
Krankheitsbild sehr indifferent, so dass es häufig eine längere Zeit
dauert, bis die Diagnose #Fuchsbandwurm# gestellt wird.
 Wild und bitter: Bitterstoffe sind grundsätzlich erwünscht und machen
häufig den spezifischen Geschmack aus, so bei Rauke, Chicoree oder
Löwenzahn. Mildern kann man sie z. B. beim Löwenzahn, indem man die
Blätter für zehn bis 15 Minuten in Salzwasser einlegt, für den Salat in
feine Streifen schneidet und mit anderen Salatsorten mischt.
Grundsätzlich sollten Sie die Wildpflanzen nicht mitkochen. Ausnahmen
sind u.a. Giersch und Brennnessel.
 Sammel-Tipps: - Wichtig ist, dass Sie nur Pflanzen sammeln, die Sie
hundertprozentig kennen.
- Halten Sie mindestens 30 Meter Abstand von intensiv genutzten
landwirtschaftlichen Flächen und viel befahrenen Straßen. Und achten
Sie auch darauf, dass Sie nicht gerade dort sammeln, wo viele Hunde
#Gassi# gehen.
- Sammeln Sie lieber junge Blättchen und Triebspitzen. Sie sind zart
und schmecken am besten. Außerdem wird die Pflanze geschont und zu
neuem Wachstum angeregt.
- Sammeln Sie nur so viele Kräuter, wie Sie auch verbrauchen möchten.
- Waschen Sie die Wildkräuter gründlich vor der weiteren Verarbeitung.
- Wie Gartengemüse sollten auch frische Wildkräuter möglichst bald nach
der Ernte verbraucht werden. Sie können die Pflanzen - je nach Art -
ein bis drei Tage im Gemüsefach Ihres Kühlschrankes aufbewahren.
Wickeln Sie sie dafür in ein sauberes, feuchtes Geschirrhandtuch, dann
bewahren Sie optimal deren Frische und Aroma.
 Wildkräuter kommen auch per Post: Sie müssen eigene Wildkräuter nicht
zwangsläufig im eigenen Garten züchten. Man kann sie auch online
bestellen.
 
:Quelle         : Kochfreunde-Rezeptsuche (http://kochfreunde.ruhr-uni-bochum.de)
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© Lothar Schäfer, Dellenburg 11, 44869 Bochum