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Brombeeren

MMMMM----------MEAL-MASTER Format (B&S REZEPT-WEB 1.0)
 
     Title: Brombeeren
Categories: Grundlagen, Informationen
     Yield: 1 Keine Angabe
 
Bei Brombeeren gibt es das Vorurteil, dass sie entweder stechen oder
geschmacklos sind. Dies soll hier entkräftet werden, obwohl es
früher vielleicht Gültigkeit hatte: Es gab bereits
Brombeersorten ohne Stacheln wie "Thornfree" oder "Thornless Evergreen"
mit riesengroßen, aber fade schmeckenden Früchten. Neuere
stachellose Sorten wie "Loch Ness" (synonym "Nessy", kommt
natürlich aus Schottland) vereinen Geschmack und Qualität mit
der Stachellosigkeit. Alte Sorten mit Stacheln wie "Theodor Reimers"
schmecken zwar vielleicht immer noch aromatischer, sind aber wegen der
Stacheln viel schwieriger zu pflücken und zu pflegen.
 Es gibt eine weitere neue, stachellose Sorte aus den USA mit - in der
Vollreife - süßem, aromatischem Geschmack: "Navaho", die ein
wenig kompakter als "Loch Ness" wächst. Doch bei Geschmackstests,
die Obstbaumeister Peter Stremer mit Verbrauchern durchgeführt
hat, schnitt "Loch Ness" ein wenig besser ab. Die Bodenansprüche
sind mit denen der Himbeere vergleichbar.
 Doch beim Schnitt gibt es Unterschiede zu beachten. Die Seitentriebe
an den neuen, diesjährigen Ruten werden während des Sommers
laufend eingekürzt und dann zum Ende des Winters, Ende Februar,
nochmals auf lediglich zwei bis drei Knospen reduziert. Da Brombeeren
vergleichsweise frostempfindlich sind, werden die alten Triebe, welche
für einen gewissen Winterschutz sorgen, auch erst dann entfernt.
 Die Urheimat der Brombeere sind die Wälder Eurasiens und
Nordamerikas, wobei Früchte und Blätter früher in der
Medizin verwendet wurden. Ältere Gartenfreunde erinnern sich
bestimmt noch daran, wie in Kriegszeiten ganze Schulklassen in die
Wälder zum Sammeln von Brombeerblättern für die
Teezubereitung geschickt wurden, wobei die Blätter heute noch in
der Naturheilkunde sehr beliebt sind. Aufgrund des Gehaltes an
Gerbstoffen und organischen Säuren werden sie zum Beispiel bei der
Behandlung leichter Durchfallerkrankungen und leichter
Entzündungen im Bereich der Mund- und Rachenschleimhaut
eingesetzt. Dazu gibt man zwei Teelöffel getrocknete Blätter
auf 150 Milliliter Wasser und lässt den Tee 10 Minuten ziehen.
 Brombeersaft wird auch gerne bei Halsschmerzen und Heiserkeit
eingesetzt. Die Früchte selbst sind sehr gesund, weil sie viele
Vitamine und Mineralstoffe enthalten, besonders Calcium. Das befindet
sich in Brombeeren mehr als in allen anderen Beerenarten. Die
Brombeeren enthalten auch starke Farbstoffe, was man beim Pflücken
auch an der Färbung der Finger erkennt. Diese blauen Farbstoffe,
die Flavonoide, sind positiv für das Immunsystem.
 Eine sehr intensive Färbung hat auch ein Brombeerwein mit dem
passenden Namen "Rebellenblut". Dieser Fruchtwein kommt aus dem
rheinischen Vorgebirge bei Bonn. Dieses Gebiet war früher
tatsächlich das größte Brombeeranbaugebiet
Deutschlands, und seit 50 Jahren wird hier Rebellenblut gekeltert.
Dieser Wein schmeckt sehr süffig, eher wie ein intensiver
Fruchtsaft, hat aber - je nach konsumierter Menge " berühmt-
berüchtigte Nachwirkungen.
:Stichworte     : Beere, Brombeere, Information, Obst
 
:Quelle         : Kochfreunde-Rezeptsuche (http://kochfreunde.ruhr-uni-bochum.de)
MMMMM

© Lothar Schäfer, Dellenburg 11, 44869 Bochum