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REZEPTANZEIGE

Sülze von gesalzenen Schweinebäckle mit Linsen, einge .

MMMMM----------MEAL-MASTER Format (B&S REZEPT-WEB 1.0)
 
     Title: Sülze von gesalzenen Schweinebäckle mit Linsen, einge .
Categories: ???
     Yield: 1 Rezept
 
MMMMM-------------- ORIGINALTEXT D------------------------------------
 
MMMMM--------------------- TOPINAM------------------------------------
    100 g  Topinamburpüree
  2 1/2    Gelatineblätter
 
MMMMM----------- SCHWEINEBÄCKLE, G------------------------------------
      1    Gepökelte Schweinebäckle 
           -(evtl. mehr)
      1    Getrocknetes Lorbeerblatt
      1    Gewürznelke
      1 ds Frisch gemahlener schwarzer 
           -Pfeffer
           Gemüse-Kräuter-Bouquet 
           -(z.B. Salbei, Thymian,
           -- Majoran, Karotte, 
           -Zwiebel, Sellerie)
           Gehackte glatte Petersilie
    160 g  Schweinebäckleconsommé
      1 ds Salz und frisch gemahlener 
           -schwarzer Pfeffer
           Sherryessig
  3 1/2    Gelatineblätter
     50 ml Geflügeljus
     25 g  Gänseleberterinne
    1/2    Gelatineblatt
 
MMMMM------------------------ LINSE-----------------------------------
     40 g  Alblinsen
      1    Schalotte
      5 tb Gelierflüssigkeit der 
           -Schweinebäckle (evtl. 
           Eingelegtes Gemüse
    1/2    Karotte
    1/4    Sellerieknolle
    1/2    Rote Bete
    100 g  Hokkaidokürbis
    100 g  Süßkartoffel
    1/2    Beta-Sweet-Karotte
      1    Schwarzwurzel
      1    Petersilienwurzel
      2    Schalotten
      1    Knoblauchzehe
    150 ml Weißweinessig
     90 g  Zucker
      6    Paradieskörner
     10    Weiße Pfefferkörner
     15    Senfkörner
      6    Kardamonsamen
      6    Pimentbeeren
           Thymian
           Chilischote
      1 ds Salz
 
MMMMM------------------- SENFSAUCE -----------------------------------
     50 g  Mayonnaise
     20 g  Joghurt (3,5% Fett)
    1/2 tb Grober Senf
      1 pn Sherryessig
      1 ds Salz und frisch gemahlener 
           -schwarzer Pfeffer
      2    Kartoffelchips zum Garnieren
           Kochfond von den 
           -Schweinebäckle
 
 Seit vier Jahren werkelt der Hobbykoch vom Dienst in der Tageskarte-
Küche vor sich hin - höchste Zeit also, ihn mal zu einem
Sterne- gekrönten Kochmeister in die Lehre zu schicken. Und ihn
dabei grandios scheitern zu sehen.
 Zu kochen sei heute, verriet der Waschzettel, "Sülze von
gesalzenen Schweinebäckle mit Linsen, eingelegtem Gemüse und
Senfsauce". Klingt für einen Wahlnorddeutschen in etwa so
schwierig wie "Sauerfleisch mit Linsen und Mixed Pickles". Doch erstens
stammt das Rezept von einem waschechten Badener Sternekoch und zweitens
hätte man nie gedacht, sich mit dieser Ersteinschätzung
schlimmer schneiden zu können, als es einem je mit dem
schärfsten Gemüsemesser hätte passieren können.
 Doch alles schön der Reihe nach. Geladen waren an einem grauen
Spätherbstsonntag ein paar "food editors", wie Essensjournalisten
heutzutage genannt werden wollen, zu Hamburgs bestem
österreichischen Lokal, dem Tschebull. Inhaber Alexander Tschebull
stellte seine Großküche an diesem Tag jenem elitären
Verein zur Verfügung, in den auch er seinerzeit nur eintreten
durfte, weil zwei andere junge deutsche Spitzenköche unter den
Mitgliedern persönlich für ihn bürgten. Nun feiert in
diesem Jahr die hiesige Sektion der Jeunes Restaurateurs d'Europ" ihr
20. Jubiläum, und ein Teil der Feierlichkeiten wurden in
Tschebulls Küche und Restaurant abgehalten.
 Denn zu Bejubeln gibt es auch die Veröffentlichung eines der mit
Abstand schönsten und leckersten Kochbücher des Jahres: "Die
neue deutsche Küche - eine kulinarische Reise mit den Jeunes
Restaurateurs". 57 dieser Spitzenköche - nicht alle hoch
dekoriert, aber stets hoch motiviert - zeigen dort je ein
Dreigangmenü, das zutiefst in der jeweiligen Region verwurzelt
ist, in der sie aktuell wirken. Darunter sind viele Klassiker deutscher
Küche, allesamt aber auf sehr bekömmlich-moderne Art
zubereitet und angesichts des hehren Anspruchs dieses Vereins
natürlich auch handwerklich auf höchstem Niveau gekocht.
 Acht dieser Rezepte konnten in der Tschebull-Küche an der Seite
ihrer Erfinder von uns Genuss-Schreiberlingen mitgekocht werden. Und
binnen weniger Minuten fühlten sich auch die Erfahrensten darunter
wie grünohrige Apprendis im höchstens zweiten Lehrjahr. Der
Tageskarte-Hobbykoch vom Dienst wurde Marius Fallert zugeordnet, dessen
elterlicher Betrieb Restaurant Fallert im badischen Sasbachwalden mit
hohen Auszeichnungen (ein Michelin-Stern, 16 Gault Millau-Points,
sieben Gusto-Pans) geehrt ist. Völlig zu Recht, wie sich
angesichts der wunderbar tiefbadischen Schweinebäcklesülze
binnen kürzester Zeit zeigte.
 Messer-Marius und das Schalotten-Massaker  Mal ganz abgesehen von dem
reinen Handwerk, mit riesigen, rattenscharfen Messern blitzschnell
kleine Schalotten in einen Haufen mikroskopisch winziger
Würfelchen zu verwandeln - was Könner wie Fallert wirklich
auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, in einem hochkomplexen Aromenfeld
zwischen süß, sauer, bitter, fleischig und salzig mit
himmlischer Sicherheit die perfekte Balance abzuschmecken.
Besonders bei diesem Gericht eine echte Meisterleistung, denn so gut
wie alle Komponenten müssen im heißen oder zumindest warmen
Zustand gewürzt werden, obwohl sie am Ende kalt auf den Teller
kommen und dann wieder ganz anders schmecken. Eine angesichts der hier
verwendeten strengen Aromaten wie Sherryessig, Topinamburwurzel und
Pökelfleisch für den Laien fast unlösbare Aufgabe.
 Nun, immerhin konnte der im heutigen Tageskarte-Rezept
ausführlich dokumentierte Nachkochversuch der
Schweinebäcklesülze sich auf ein paar Beobachtungen bei der
Live- Kochveranstaltung in Hamburg stützen.
Ohne die, das muss hier einfach mal zugegeben werden, hakt selbst ein
so gut erklärtes Rezept wie das aus dem Jeunes-Buch an einigen
Ecken.
 Doch trotz dieses erspickten Zusatzwissens - und das ist auch der Kern
unseres heutigen Themas - ist Fallerts Buch-Kochanleitung selbst von
erfahrenen Hobbykochschaffenden nicht einfach mal auf einer Arschbacke
nachzukochen. In unserem Fall standen sich die Kochfüße
alles in allem gut zehn Stunden in der Küche platt, so manche
Komponente wanderte zweimal in den Müll, bis sie erst halbwegs
gelang, und insgesamt bleibt festzuhalten, dass Rezepte dieses
Schwierigkeitsgrades besser im Team mit Freunden oder im Kochclub
realisierbar sind.
  Oder man macht es wie der Tageskarte-Koch: allein mit dem Kopf durch
die Wand knapp zwei Tage in der Küche fluchen - und am Ende doch
mehr dazu gelernt haben als in drei mittelmäßigen Kochkursen
zusammen.
 Wem das alles zu blöd ist, braucht hier nicht weiterzulesen und
wartet einfach auf die nächste Tageskarte - da zaubern wir
ratzfatz mit einfachsten Mitteln aus einem grüngelben Kürbis
und einer schrumpeligen Quitte eine leckere Italo- Vorspeise.
 2. Teil: Rezept für Sülze von gesalzenen Schweinebäckle
mit Linsen, eingelegtem Gemüse und Senfsauce  Vorspeisen-Rezept
für 2 Personen vom Sasbachwaldener Sternekoch Marius Fallert -
hier das Originalrezept aus dem Buch, kommentierend nachgekocht von
Peter Wagner  Vorbereitungszeit: 120 Minuten (plus 24 Stunden
Marinierzeit)  Zubereitungszeit: 120 Minuten (Zeiten sind bei Beachtung
der Tipps einhaltbar)  Schwierigkeitsgrad: sehr schwer   
Gegenüberstellung des Rezepttextes und der Hobbykochrealität 
Topinamburmantel  Rezept: "In einem kleinen Topf das Püree
erhitzen. Die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen, dann
ausdrücken und zu dem Püree geben. Die Masse dünn auf
ein Stück Backpapier aufstreichen und kalt stellen. Wenn die Masse
fest ist, einige Streifen in der Größe der Sülzeform
ausschneiden und die Form damit auslegen."  Realität: Fallert hat
beim Showkochen in Hamburg keine Topinambur bekommen und stattdessen
Knollensellerie benutzt. Dessen Püree ist etwas strahlender
weiß, doch der Topinambur aus dem Originalrezept mit seinen
strengen, leicht bitteren Wurzelaromen passt hier viel besser. Problem:
Die Zubereitung des Pürees ist nicht beschrieben, und das Gelieren
ging komplett in die Hose.
 Für das Topinamburpüree empfehlen wir: die Wurzeln sehr
sorgfältig schälen, in Würfel schneiden und mit etwas
Salz und einer Prise frisch geriebener Muskatnuss im Dampfgarer (oder
Siebeinsatz im Wassertopf) sehr weich garen. Mit 4 El Sahne im Mixer
oder mit dem Schneidstab fein pürieren und durch Haarsieb
passieren.
 Mit den rezeptierten 2,5 Gelatineblätter gelierte die Masse zwar
(über Nacht im Kühlschrank), ließ sich aber noch nicht
mal vom Backpapier abheben, ohne in etliche Teile zu zerreißen.
Während bei klaren Gelees viele Köche ungern mit fester
wirkenden Geliermitteln (Agar-Agar; vegetarische Gelatine; diverse
Molekularküchenpulver) arbeiten, weil ihnen das Gelee dadurch zu
gummiartig wird, brauchte unser Püree ordentlich Agar-Agar-
Zugabe, um elastisch und zugleich belastbar zu werden. Immerhin: Die
nach Rezept gekochte instabile Schicht konnten wir vom Backpapier
abkratzen, einschmelzen und mit 2 g Agar-Agar vermischt erneut
aufstreichen - dann hielt sie bombenfest und sah ihrem Mimikry-Vorbild
(weißer Bardierspeck) perfekt ähnlich.
 Schweinebäckle  Rezept: "In einem Topf die Schweinebäckle
mit etwas Lorbeer, Nelke, Pfeffer und mit einem kleinen
Gemüse-Kräuter-Bouquet in ca. 500 ml Wasser langsam in ca. 2
Stunden weich garen. Die Bäckle dann aus dem Sud nehmen. Den Sud
durch ein Tuch passieren, die Bäckle wieder hinein legen und
auskühlen lassen. Die abgekühlten Schweinebäckle wieder
heraus nehmen, den Fond beiseite stellen und die Bäckle
aufschneiden. Eine Hälfte in dünne Scheiben schneiden, die
andere in feine Würfel zerteilen. Die Würfel mit gehackter
Petersilie vermischen und für die Einlage beiseite stellen." 
Realität: Das Problem ist hier nicht die Zubereitung, sondern die
Beschaffung. Je weiter man vom Badischen wegfährt, umso geringer
wird die Häufigkeit gepökelter Schweinebäckchen im
Fleischfachhandel.
Man könnte nun, um dem regionalen Primat dieses Rezepts
genüge zu tun, ein anderes langfasriges Pökelfleisch vom
Schwein nehmen (also kein Rücken/Kassler), landet dann aber meist
bei der Haxe, und die ist geschmacklich wie texturell doch etwas zu
weit weg von der Backe.
Schweinebäckchen (roh, nur das schiere Fleisch, nicht zu
verwechseln mit der fetten geräucherten norddeutschen
Schweinebacke) aber kann mit etwas Vorlauf jeder gute Metzger besorgen
- uns schaffte er 350 Gramm rohe Spanferkelbäckchen heran und
verkaufte uns freundlicherweise auch noch das zum Pökeln
benötigte Nitritsalz.
Damit (vorsichtig arbeiten, Pulver nicht einatmen, nicht essen!) wird
eine 8-prozentige Pökellauge (z.B. 160 g Nitritsalz/2 l kaltes
Wasser/40 g Zucker - aufkochen & abkühlen lassen) hergestellt,
in der die Bäckchen mindestens 24 Stunden eingelegt werden
müssen.
Bäckchen anschließend sehr sorgfältig abwaschen, wenn
nötig parieren (Häutchen auf der Unterseite entfernen) und
zubereiten wie im Rezept beschrieben.
 Für das von Fallert ja eher frei bestimmbar rezeptierte
Gemüse- Kräuter-Bouquet benutzten wir neben dem Gemüse,
Thymian und Majoran allerdings 4 El kleingeschnittener
Liebstöckel-Stängel plus 1 El seiner Blätter. Diese als
"Maggi-Gewürz" bekannte Pflanze (die im echten Maggi übrigens
gar nicht enthalten ist), eignet sich geschmacklich zum Schweinchen
besser als Salbei.
 Tipp: Vor dem Aufschneiden die Bäckchen 20 Min. in den
Tiefkühler legen (dann ziehen sich die sonst eher fledderigen
Fleischfasern etwas zusammen) und in der Zwischenzeit das Fleischmesser
schärfen, denn es muss für die Backen rasierklingenscharf
sein - sonst gibt's Matsch statt Scheibchen.
 Sülzenkern  Rezept: "In einem Topf die Geflügeljus aufkochen
und die Gänseleberterrine mit einem Stabmixer hineinmixen. Die
Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen, dann ausdrücken
und unterrühren. Alles durch ein Tuch passieren und beiseite
stellen."  Realität: Problemlos, außer, dass es zu wenig
Masse für den Stabmixer ist und für etwas größere
Förmchen (ideal: Servierringe, unten mit Alufolie abgeschlossen)
knapp wird. Also besser die doppelte Menge zubereiten und 2 Blatt
Gelatine nehmen. Den "Geflügeljus" haben Profiköche stets aus
eigener Herstellung zu Hand, man kann sich aber auch mit mild
gesalzener Geflügelbrühe aus dem Glas helfen, die mit ein
paar Spritzern weißem Sherry auf ein Drittel reduziert wird.
 Gelee  Rezept: "In einem kleinen Topf die Consommé aufkochen und mit
etwas Salz, Pfeffer und 1 Spritzer Essig abschmecken. Die
Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen, dann ausdrücken
und unterrühren."  Realität: Mit Consommé meint Fallert die
Kochbrühe, in der die Bäckchen erkaltet sind. Auch hier ist
die Menge ziemlich knapp, also eher etwas mehr vorbereiten und für
beide Verwendungen (Linsenboden & Sülze) 3 g Agar-Agar
unterrühren.
 Linsenboden  Rezept: "In einem Topf die Alblinsen in leicht gesalzenem
Wasser in ca. 25-30 Minuten weich kochen. Die Schalotte schälen,
fein würfeln und kurz vor Ende der Garzeit zu den Linsen geben.
Die garen Linsen durch ein Sieb schütten und die Linsen mit kaltem
Wasser abspülen.
Schließlich auf einem Tuch abtropfen lassen. Die Linsen auf ein
tiefes Backblech geben, mit einem Teil des Gelees übergießen
und auf dem Blech gekühlt fest werden lassen."  Realität: Die
Sorte Alb-Leisa ist jenseits vom Ländle meist nur online
beziehbar, man kann aber auch andere kleine dunkle Linsen- Sorten von
Top-Qualität (z.B. aus Frankreich) benutzen. "Backblech" kommt aus
Fallerts Großküchenalltag, dafür ist die rezeptierte
Linsenmenge viel zu klein. Deshalb besser einen Teller mit hohen
Rändern nehmen.
 Herstellung der Sülze  Rezept: "Den Linsenboden in der
Größe der Sülzenform ausstechen. Den Linsenboden
anschließend auf den Topinamburmantel, der schon die Form
auskleidet, legen und dann ein bisschen von der Einlage mit den
Petersilie-Bäckle-Würfeln in die Form geben und mit etwas
Gelee aufgießen. Wenn die Masse leicht anzieht, die
Schweinebäcklescheiben darauf legen. Anschließend die
Füllung für den Kern darüber gießen.
Wenn die Sülze leicht anzieht, wieder eine Schicht der
Würfelmischung darauf geben und mit Gelee aufgießen, dann
wieder eine Schicht Bäcklescheiben legen. Abschließend noch
mal Gelee darüber geben und alles für einige Stunden kalt
stellen.
 Realität: Das Problem dieser Sülzenherstellung ist, dass die
Profis die jeweiligen Schichten im Schock-Gefrierschrank bei Minus 50
Grad blitzgelieren lassen können. Otto Normalkocher behilft sich,
wie gesagt, mit Beigabe von Agar-Agar, was die Schichten im
Kühlschrank binnen ca. 5 Min. gelieren lässt. Wichtig beim
Auftürmen der Schichten ist, die jeweils nächste Lage auf
noch nicht ganz gelierten Untergrund zu legen und dabei ein bisschen
anzudrücken.
Wenn die komplette Sülze dann 2 Stunden kühl gestellt wird,
ist sie garantiert schnittfest. (Eine ausführliche Dokumentation
mit 65 Stepp-Fotos findet sich auch auf Peter Wagners
Männerkochseite).
 Eingelegtes Gemüse  Rezept: "Die verschiedenen Gemüsesorten
jeweils putzen oder schälen und in Scheiben schneiden. Die
Schwarzwurzel und die Beta Sweet Karotte nur in Streifen schneiden. Aus
den Scheiben kleine runde Ringe ausstechen. Alle ausgestochenen
Gemüsescheiben beiseite legen.
Für den Einlegefond die Schalotten sowie die Knoblauchzehe
schälen und beides in feine Scheiben schneiden. Alle Zutaten in
einen Topf mit 600 ml Wasser geben und aufkochen. Kurz ziehen lassen
und dann durch ein Tuch passieren. Nun die ausgestochenen
Gemüsescheiben pro Sorte schrittweise in dem passierten Fond
bissfest kochen, dann den Fond zurück in den Topf mit dem gesamten
gekochten Gemüse geben. Den Topf vom Herd nehmen, abkühlen
und somit das Gemüse noch gut ziehen lassen."  Realität:
Recht unscharf beschreiben. Wichtig ist, dass alle Gemüse sehr
dünn geschnitten werden - am besten auf einem guten
Küchenhobel mit sehr scharfen Messern. Zum Ausstechen der Taler
eignet sich ein kleiner Plätzchen-Ausstecher.
 Beim Hantieren mit der violetten Rübe, der Roten Bete und der
Schwarzwurzel unbedingt Silikonhandschuhe tragen und alle
Arbeitsgeräte inkl. Messer und Hobel sofort nach Gebrauch unter
heißem Wasser abspülen. Die Rüben und die Schwarzwurzel
lassen sich am besten mit einem Sparschäler in die
Längsstreifen schneiden, die Schwarzwurzelstreifen müssen bis
zum Kochen sofort in Zitronenwasser gelegt werden, sonst laufen sie
blitzschnell hässlich braun an.
 Generell empfiehlt sich, wirklich alle Gemüsesorten (wir nahmen
noch weiße Rüben, Pastinaken und Streckrüben dazu)
nacheinander getrennt bissfest zu garen - beim Showkochen in Hamburg
arbeitete Fallert aus Zeitmangel sogar mit acht kleinen Sauteusen
gleichzeitig. Unbedingt darauf achten, mit den weißen Sorten
anzufangen, dann die orangen, die violetten Rüben und erst am Ende
die Bete. Zum rezeptierten Nachziehen ebenfalls nach hellen und dunklen
Sorten trennen.
 Wir ließen versehentlich den Topf, aus dem wir am Ende die Bete
gefischt hatten, ein paar Minuten auf dem Herd stehen. Es bildete sich
ein feiner, honigzäher, tiefroter Karamell, der so gut schmeckte,
dass wir ihn am Ende beim Anrichten in dünnen Fäden über
das Gemüse zogen.
 Tipp: Es entstehen durch das Ausstanzen hier viele unbrauchbare
Gemüseabschnitte. Bis auf Bete/Kartoffel und Beta-Karotte haben
wir sie einfach klein geschnitten und einen Gemüsefond daraus
gekocht, den wir an Stelle des rezeptierten Wassers für den
Einlegefond der Gemüsetaler benutzen konnten.
 Senfsauce  Rezept: "Alle Zutaten in einer Schüssel miteinander
verrühren und mit Sherryessig, Pfeffer und Salz fein abschmecken.
Zum Dressieren beim Anrichten in einen Spritzbeutel geben und bis dahin
kalt stellen."  Realität: Problemlos, allerdings hängt die
Viskosität von der eingesetzten Mayonnaise ab. Wird die Mischung
zu fest, einfach mit ein paar Esslöffeln Milch verdünnen.
Tipp: Mit "Sherryessig" ist hier nicht der dunkle PX-Balsamico, sondern
einfacher, dünnflüssiger Essig aus Sherry-typischen Trauben
gemeint.
 Anrichten  Rezept: "Die Sülze auf einen großen Teller
stürzen und halbieren.
Eine Seite mit der Schnittfläche nach oben in die Mitte eines
Tellers geben, mit einigen Salatblättern garnieren. Die
ausgestochenen Gemüsescheiben abgießen und abtropfen lassen,
dann auf dem Teller verteilen. Die Senfsauce mit Spitzbeutel dazwischen
spritzen. Ein paar Tropfen Kochfond dazugeben und mit 1 Kartoffelchip
garnieren".
 Realität: Bei der Sülze müssen nach dem Halbieren noch
die überstehenden Topinambur-Ränder abgeschnitten werden. Die
plötzlich auftauchenden "Salatblätter" (stehen nicht auf der
Zutatenliste) schmecken roh zu fad, wir nappierten sie mit etwas
Vinaigrette (Sherryessig/Walnussöl/Pfeffer&Salz). Auf dem
Buch-Foto ist ein kaum nachkochbarer "Kartoffelchip" zu sehen: Fallert
streicht dafür Kartoffelpüree hauchdünn auf Backpapier,
trocknet es im Ofen und fügt dem "Chip" mittels einer nur im
Patisserie-Fachbedarf erhältlichen Abziehbild-Folie ein buntes
Konfettimuster bei - um die bunten runden Gemüsescheiben optisch
so wieder aufzugreifen. Wir haben stattdessen einfach ein
Kräuterblatt zwischen zwei rohe Kartoffelscheiben gepresst und sie
kurz frittiert. Zusätzlich zu der Senfsauce und dem Kochfond haben
wir noch ein paar Fäden von dem Bete-Karamell (siehe
"Gemüse") über den Salat gezogen.
 Fazit:  Unter Beachtung der Nachkoch-Anmerkungen lässt sich
dieses wunderschöne und preiswerte Rezept (Wareneinsatz unter 15
Euro für 2 Portionen) im Team innerhalb von etwa zweieinhalb
Stunden realisieren, ein konzentriert arbeitender Alleinkoch schafft es
in vier Stunden (zzgl. Marinier- und Gelierzeiten).
 Küchen-Klang  Weil der Hobbykochschaffende bei so einem
Mega-Rezept nicht viel zu lachen, aber sehr viel Zeit in der Küche
hat, bietet sich das Durchhören der nun endlich brauchbar
editierten "The Smile Sessions" (Capitol) der späten Beach Boys
(1966) an - aber nicht als Doppelalbum, sondern gleich die komplette
Dröhnung mit den neun CDs der umfassenden Box...
 Getränketipp  Region is king, deshalb ein Tropfen, zu dessen
Rebstöcken der Sasbachwaldener Sternekoch Fallert auch auf
Krücken hinhumpeln könnte: Die 2010 Riesling-Spätlese
"Alte Erbe" vom Lokalmatador Alde Gott* unterstreicht mit ihrer
feinfruchtigen Eleganz perfekt die zart ausbalancierten
süß-sauer-erdig-Noten dieses Gerichtes.
 *Bezugsquelle: 2010 Riesling-Spätlese "Alte Erbe".
 : O-Titel   : Sülze von gesalzenen Schweinebäckle mit
Linsen, : >           eingelegtem Gemüse und Senfsauce
:Stichworte     : ???
 
:Quelle         : Kochfreunde-Rezeptsuche (http://kochfreunde.ruhr-uni-bochum.de)
MMMMM
 
Legende:
 tb: EL
 ds: Prise
 pn: Spur

© Lothar Schäfer, Dellenburg 11, 44869 Bochum