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Meerrettich

Meerrettich hat mit dem Meer nichts zu tun. Auf englisch heißt er horse-radish, also Pferderettich; auch sein deutscher Name stammt vom Pferd ab, denn der Mährenrettich diente früher als Pferdefutter.

Meerrettich wächst am besten an sonniger Lage in leichtem, sandigem Boden. Zur Vermehrung wird eine Seitenwurzel abgeschnitten und eingepflanzt. Wo sich die zählebige Pflanze einmal angesiedelt hat, ist sie kaum mehr auszurotten, sie wächst verwildert - als Unkraut. Wenn die großen, grünen Blätter ganz jung sind, ergeben sie einen rassigen Salat - in der Regel werden jedoch nur die langen Pfeilwurzeln des Meerrettichs gegessen. Am einfachsten ist es, eine Seitenwurzel auszugraben und abzuschneiden. Da das stärkste Aroma in den Außenwänden sitzt, sollte man nach dem Abwaschen der Erde nur eine möglichst dünne Schicht und die verfärbten Stellen abschälen. Das weißliche Wurzelfleisch wird dann geraffelt und möglichst schnell angerührt, damit es nicht braun anläuft. Die Meerrettichwurzel enthält eine beißende Schärfe, die beim Raffeln hervortritt, die Schleimhäute reizt und Tränen in die Augen treibt. Bei uns wird zur Milderung meist Schlagrahm beigemischt, in unseren Nachbarländern dienen auch Mayonnaise, Doppel rahmkäse, Butter, gekochtes Eigelb, saures Apfelmus und in Milch eingelegtes Weißbrot zur Entschärfung. Die Wurzel passt gut zu fetten und schwer verdaulichen Speisen, besonders auch zu kaltem Fleisch, Fisch und Eiern. Da Hitze die Aromaentfaltung beeinträchtigt, darf Meerrettich nie gekocht werden.

Im Oktober oder November, bevor der Boden gefriert, wird die Wurzel ausgegraben und in feuchtem Sand eingelagert. Braucht man nun etwas Meerrettich für eine Sauce, raffelt man am unteren Ende ein Stück weg und steckt den Rest zurück in den Topf. Meerrettich enthält viel Vitamin C und Mineralstoffe, er gilt in der Volksmedizin als Fiebermittel. Da aber geriebener Meerrettich rasch an Wert verliert, sollte immer nur die benötigte Portion geraffelt werden. Menschen mit Magengeschwüren sollten die Wurzel meiden.

Stichworte: Information, Meerrettich
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:Quelle : Kochfreunde-Rezeptsuche (http://kochfreunde.ruhr-uni-bochum.de)

© Lothar Schäfer, Dellenburg 11, 44869 Bochum