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Äpfel

===============REZKONV Format (B&S REZEPT-WEB 1.1)
 
     Titel: Äpfel
Kategorien: Apfel, Aufbau, Information
     Menge: 1 Info
 
          Einige  Gedanken über den Apfel
 
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Die erste Mahlzeit der Menschengeschichte  bestand laut Bibel aus einem
Apfel. Die Nascherei endete mit der Vertreibung aus dem Paradies. Wie
es dort aussah, weiß man nicht, es muss wohl ziemlich langweilig
gewesen sein: Weder Weine gab's noch eine feine Küche, und ausgerechnet
der Apfel war verboten. Der Apfel ist nämlich weit mehr als nur ein
pausbäckiges Bauernkind: Er schmeckt pur aus der Hand herrlich, er
bereichert die Küche ebenso wie die Patisserie und beflügelt uns in
veredelter Form, beispielsweise als Calvados.
Ein Tafelspitz ohne Apfelmeerrettich wäre nur eine fade Angelegenheit.
Zu einer kroß gebratenen Blutwurst passt nichts besser als diskret
karamelisierte Apfelscheiben. Das Süßsaure des Apfels und die herzhafte
Rustikalität der Wurst ergänzen sich so schön. Ein Gaumenschmaus ist
die warme Apfeltorte, bei den Franzosen "Tarte fine aux pommes"
geheißen.
Das leckerste Apfelgericht ist zugleich das duftigste, und es löst
Erinnerungen an die Kindheit aus: Großmutters Bratapfel aus dem
Ofenrohr.
Die Rezepturen für diesen Klassiker variieren stark, jede Familie hat
ihr eigenes kleines Geheimnis. Allen Rezepten gemeinsam ist, dass es
saftige Äpfel sein sollen, solche mit frecher Säure wie beispielsweise
Reinette, Glockenapfel, Boskop, Jonagold.
Es gibt Rezepte, in denen als Füllung ein Gemenge aus Butter und
Rosinen empfohlen wird. Manche verlangen Mandeln, alternativ lassen sie
geriebene Walnüsse gelten, aromatisiert mit Zimt, Krokant und
Zitronenschale.
Puristen genügt eine Masse aus Butter und Zucker, befeuchtet mit etwas
Wasser, Weißwein oder Kirschwasser oder, sehr sinnig, mit Apfelwein. 
Die Füllung ist eine Geschmacks- und Glaubensfrage von hohem Rang. Wer
noch nicht festgelegt ist, probiert am besten jede Tonart aus.
Wichtig ist, dass der Apfel gezuckert und die feuerfeste Auflaufform
großzügig gebuttert wird, ehe sie ins vorgeheizte Backrohr geschoben
wird. Fertig ist die süße Pracht, wenn die Äpfel außen knusprig und
golden geschrumpelt sind, innen müssen sie weich sein, saftig und
süsslich-sauer.
Meine Äpfel, die ich von benachbarten Bauern bekomme, sind unbehandelt.
Sie haben teilweise schrundige Stellen, gelegentlich einen Wurm. Dafür
schmecken sie wunderbar saftig, frisch und herbsüss. Auch in Städten
werden solche Rotbäckchen zunehmend angeboten - ein Biss, und man
schmeckt, ob es sich um ein Stück unbehandelte Natur oder einen
Prototyp mit Einheitsnorm handelt. Die rund 80 Apfelsorten, die noch um
die Jahrhundertwende bekannt waren, sind dramatisch geschrumpft. Nur
auf der großen Streuobstwiese des Apfelbaum-Museums in Bad Homburg gibt
es noch so delikate Raritäten wie die Rheinische Schafsnase oder die
Champagner Renette.
 
:Quelle         : Kochfreunde-Rezeptsuche (http://kochfreunde.ruhr-uni-bochum.de)
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© Lothar Schäfer, Dellenburg 11, 44869 Bochum