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Himbeeren

Die Himbeere ist die rote Schwester der Brombeere und gehört wie sie zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Sie war ursprünglich in Südosteuropa beheimatet. Das beweist auch ihr botanischer Name "Rubus idaeus", benannt nach dem Berg Ida auf Kreta, auf dem sie besonders üppig wuchs. Ihre Früchte wurden bereits in der Jungsteinzeit gesammelt. Unsere Vorfahren nutzten diese Obstart mit dem einzigartigen Mineralstoffreichtum zu medizinischen Zwecken. Getrocknete Früchte kamen als Schweißtreiber bei fiebrigen Erkrankungen zum Einsatz, sie galten als Helfer bei Beschwerden des gesamten Verdauungstraktes.

Ernährungswissenschaftler und Mediziner förderten in den letzten zehn Jahren weitere Gesundheitswirkungen der Himbeere zutage. Sie beruhen auf den reichlich enthaltenen bioaktiven Substanzen, den sekundären Pflanzenstoffen. Dies sind bei Himbeeren vor allem die reichlich vertretenen Phenolsäuren und Flavonoide, wirksame Bakterien- und Virenkiller, zugleich beugen sie Krebs vor. Also insgesamt nicht nur leckere, sondern auch sehr gesunde Beeren, die man einfach so vom Strauch weg essen, aber auch vielfältig zubereiten kann.

Die Früchte, die jetzt im August an den Sträuchern hängen, sind so genannte Herbsthimbeeren, Sommerhimbeeren dagegen tragen bis etwa Ende Juli. Sommerhimbeeren sind zwar meist aromatischer, aber jeder kennt sicherlich die Maden in den Früchten. Sie stammen vom Himbeerkäfer, der seine Eier an die Früchte legt. Da der Käfer nun nicht mehr fliegt, sind Herbsthimbeeren naturgemäß madenfrei! Relativ bekannt sind bereits die Herbsthimbeersorten "Autumn Bliss" und "Golden Bliss", deren etwas faden Geschmack allerdings einige bemängeln. Ein Urteil, das Moritz nicht bestätigen kann, denn seinen "Bliss"-Früchten bekommen wohl die starken Tag-Nacht-Temperaturunterschiede des Schwarzwaldes. Die Neuheit "Himbo Top" scheint aber allen zu schmecken.

Obstbaumeister Peter Stremer vom Gartenbauzentrum in Köln-Auweiler gibt für Sommerhimbeeren den Rat, nach der Ernte - spätestens im August - die Sträucher auszulichten. Und zwar werden alle alten, abgetragenen Ruten bis kurz über dem Boden entfernt; denn Sommerhimbeeren tragen im nächsten Jahr an Wurzelschößlingen, die dieses Jahr gewachsen sind. Allerdings auch unter diesen neuen Trieben entfernt man die auffällig dicken, weil diese krankheitsanfällig sind, aber auch die schwachen. So bekommen die Blätter der neuen, verbliebenen, mittelstarken Triebe für den Rest des Jahres Licht und Luft, was ihre Widerstandsfähigkeit fördert. Das Laub trocknet nach Niederschlägen schneller ab, und die Knospen werden belichtet. Am Ende belässt man pro laufenden Meter etwa zehn bis zwölf neue Ruten.

Ende des Winters wird nochmals reduziert auf etwa acht Ruten. Diese müssen aber unbedingt wegen der Fruchtlast hochgebunden werden, wobei eine V-förmige Stellung der Triebe in der Reihe von Vorteil ist, wo neue Ruten und Tragruten getrennt werden können. (Bei Herbsthimbeeren werden im Winter sämtliche Triebe bodennah abgeschnitten.) Auf schweren Böden hat sich die Kultivierung auf Erddämmen bewährt, was der gefürchteten, von einem Phytophtera-Pilz hervorgerufenen Wurzelfäule vorbeugt.

In jedem Fall sollte der Boden einen hohen Humusgehalt haben. Dazu kann man Rindenkompost oder sonstigen Kompost nach einer heißen Verrottung gründlich in das Beet einarbeiten und die Oberfläche nach der Pflanzung regelmäßig mit Rindenmulch oder auch angewelktem Rasenschnitt abdecken. Als Dünger genügen Hornspäne oder Rhizinusschrot. Ein feuchter, sehr humoser Boden ohne Staunässe ist für Himbeeren ideal, ebenso ein Foliendach als Regenschutz, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Letzteres ist für die meisten Hobbygärtner aber wohl zu aufwendig.

Geeignete Sommerhimbeersorten sind "Schönemann" und "Meeker". Neu ist die stachellose Sorte "Glen Ample", die ebenfalls gut schmeckt. Wer neben der "Glen Ample" noch die Herbsthimbeere "Himbo Top" pflanzt, kann von Juni bis November köstliche Himbeeren ernten. Aus ihnen lässt sich eine herrliche Marmelade kochen - Himbeermarmelade mit Basilikum ist inzwischen zur Lieblingssorte unserer Maskenbildnerin Gerda geworden, und auch Peter Stremer mundet sie sehr gut.

Stichworte: Beere, Himbeere, Information, Obst
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:Quelle : Kochfreunde-Rezeptsuche (http://kochfreunde.ruhr-uni-bochum.de)

© Lothar Schäfer, Dellenburg 11, 44869 Bochum