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Heidelbeeren

MMMMM----------MEAL-MASTER Format (B&S REZEPT-WEB 1.0)
 
     Title: Heidelbeeren
Categories: Grundlagen, Informationen
     Yield: 1 Keine Angabe
 
Heidelbeeren werden als "Sophia Loren" unter den Früchten
bezeichnet. Für Obstbaumeister Peter Stremer ist die
Erklärung dafür recht einfach: Heidelbeeren besitzen eine
lang anhaltende Schönheit, sie sind die Divas unter den
Beerenobstsorten. Während Himbeeren und Brombeeren schon nach
kurzer Zeit zusammensinken, sehen Heidelbeeren noch lange knackig
frisch aus.
 Heidelbeeren, wie sie im Laden angeboten werden, sind in aller Regel
Kulturheidelbeeren, die mit den heimischen Waldheidelbeeren nur wenig
gemeinsam haben. Deren Sträucher werden bis zu 2 Meter hoch, was
natürlich einen höheren Ertrag ergibt, aber auch die Ernte
erleichtert. Nur wenige nehmen das mühselige Bücken auf sich,
um an die wilden Heidelbeeren zu kommen, obwohl deren Geschmack
intensiver ist und mehr von den gesundheitlich wertvollen Farbstoffen
im ganzen Fruchtfleisch verteilt sitzen. Der Farbstoff in den
Waldheidelbeeren ist ja berühmt- berüchtigt - schon die
Kelten färbten mit Heidelbeeren die Sklavengewänder
violettrot. Und auch viele Rotweine wurden früher damit nicht nur
gefärbt, sondern bekamen dadurch auch ein wunderbar fruchtiges
Aroma. Das Fruchtfleisch der Kulturheidelbeere ist dagegen hell.
 Die Heidelbeere gehört zu den Heidekrautgewächsen und
deshalb überrascht es nicht, dass sich in der Lüneburger
Heide das größte Anbaugebiet von Heidelbeeren in ganz Europa
befindet. Wenn man also im Garten Kulturheidelbeeren anbauen will, muss
man Bodenbedingungen schaffen wie in der Lüneburger Heide: leicht
und sauer. Entweder man füllt ein großes Pflanzloch mit
spezieller Rhododendronerde auf oder man mischt selbst Sand und
ungedüngten Torf zusammen. Peter Stremer nimmt als Torfersatz
Hobelspäne, wie sie in jedem Pferdeartikelladen preiswert
erhältlich sind. In jedem Fall sollte der Boden sehr viel
organische Masse enthalten.
Dies ist eigentlich noch wichtiger als ein niedriger ph-Wert.
 Da Torf und Hobelspäne kaum Nährstoffe enthalten, muss
reichlich Dünger eingearbeitet werden, zum Beispiel sauer
reagierender Langzeit-Rhododendrondünger. Heidelbeeren
benötigen sehr viel Wasser, und damit der Boden nicht so schnell
austrocknet, wird er am besten mit Rindenmulch abgedeckt. Dieser
Aufwand bei der Anlage eines Heidelbeerbeetes lohnt sich, denn
später fallen kaum noch Arbeiten an. Die Sträucher kann man
frei wachsen lassen, erst nach sechs bis sieben Jahren nimmt man ein
paar der ältesten Äste heraus. Krankheiten und
Schädlinge spielen kaum eine Rolle.
 Die Sorten unterscheiden sich nicht so sehr nach dem Geschmack,
sondern in der Fruchtgröße und vor allem im Erntezeitpunkt.
Bei geschickter Sortenwahl kann man von Juni bis in den September
hinein Früchte ernten, sofern die Vogelwelt einem etwas übrig
lässt. Um die gefiederten Freunde fern zu halten, ist die
Heidelbeeranlage des Gartenbauzentrums Auweiler komplett mit einem
Schutznetz überdeckt.
 Frühe Sorten sind "Duke" und "Spartan", mittelfrüh "Nelson"
und "Bluecrop", spät sind die kleinfrüchtige "Dixi", die
großfrüchtige "Elisabeth" und auch "Coville". Robust und
anspruchslos ist die "Goldtraube".
:Stichworte     : Beere, Heidelbeere, Information, Obst
 
:Quelle         : Kochfreunde-Rezeptsuche (http://kochfreunde.ruhr-uni-bochum.de)
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© Lothar Schäfer, Dellenburg 11, 44869 Bochum