Brombeeren, Holunder, Preiselbeeren (Info)

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Botanisch zählen zum 'Beerenobst' nicht alle Beeren. Erdbeeren sind Sammelnussfrüchte, Himbeeren und Brombeeren sind Sammelsteinfrüchte. Botanisch 'echte' Beeren bestehen aus einer Ansammlung von Samen, die in ein weiches Fruchtfleisch eingebettet und von einer Fruchthaut umhüllt sind. Dies sind Stachelbeeren, Johannisbeeren, Preiselbeeren und Heidelbeeren. In der Praxis versteht man unter Beeren kleine, rundliche, essbare Früchte, die nicht an Bäumen wachsen. Dazu werden traditionell auch Holunder, Hagebutten und Sanddorn gezählt.

_Brombeeren_ Der Name stammt vom althochdeutschen Wort für Dornenstrauch = Brame. Es sind aber keine Dornen sondern Stacheln wie bei den Rosen (neuere Sorten haben kaum noch Stacheln). Als Kulturpflanze kam sie vor ca. 150 Jahren aus Amerika zu uns, wurde aber eher als Grundstücksbegrenzung statt zur Obstproduktion benutzt. Die meisten heute bekannten Sorten stammen aus Amerika. Brombeeren sind eng mit den Himbeeren verwandt und kommen seit Tausenden von Jahren auf der nördlichen Halbkugel wild vor. Wie die Himbeere sitzen die Brombeeren an einem zapfenförmigen Fruchtboden, der sich aber - im Gegensatz zur Himbeere - nicht so leicht löst.

Brombeeren haben mit 10 - 12 Wochen die längste Reifezeit des gesamten Beerenobstes. Brombeeren kommen von August bis Oktober auf den Markt. Sie sollen schwarz und glänzend sein. Sie werden von Hand direkt in die Schalen gepflückt, denn sie sind äußerst druckempfindlich und nicht lange haltbar. Nass geerntet, beginnen sie schon nach wenigen Stunden zu faulen. Man sollte Brombeeren möglichst rasch verbrauchen. Einzeln auf Blechen ausgelegt, kann man Brombeeren gut einfrieren. So bleiben sie in Form und können dann aufgetaut besser verwendet werden.

Nur voll ausgereifte Früchte erreichen den hohen Gehalt an wertvollen Inhaltstoffen. Zu nennen sind vor allem die Mineralstoffe Magnesium, Kalzium, Kalium und Phosphor. Besonders reichhaltig sind die Vitamine C und E, sowie das ss-Karotin vertreten. Sie enthalten zudem wertvolle bioaktive Substanzen, wie Anthozyane (Pflanzenfarbstoffe) und Polyphenole, zu denen die Ellagsäure (Gerbsäure) gehört. Sie sind wichtige Schutzstoffe für unseren Körper. Ein Tee aus jungen Brombeerblättern in Kombination mit jungen Himbeerblättern hilft bei Magen - und Darmbeschwerden und gegen Erkältung.

_Holunder_ Schon die Namensgebung und vor allem die vielen Sagen, die sich um den Holunder ranken, beweisen, welche Bedeutung der Holunder früher für die Menschen hatte. Das Wort Holunder findet seine Wurzeln im altdeutschen Holuntar. Dieser Ausdruck beschreibt den Baum der Holla, der Beschützerin von Haus und Hof, aus der später dann die uns bekannte Frau Holle wurde. Der Volksmund hat für den Holunder eine Vielzahl von Bezeichnungen: * Schwitzbaum - spricht wohl die bekannteste Auswirkung einer Hollerkur an.

* Fliederbaum - an den starken Geruch der Blüten erinnert der Volksmund mit der häufig benutzten, jedoch verwirrenden Bezeichnung Flieder - zumal der Geruch der Holunderblüten keineswegs so gut wie der des echten Flieders ist. Auch die Skandinavier nennen den Holunder Fliederbeerenbaum.

* Markbaum - spielt auf das klar abgegrenzte und leicht herauszulösende Mark des Holzes an, aus dem Flöten und Blasrohre hergestellt wurden.

Die Heimat der Holunderbeere ist Eurasien. Die Pflanze ist wildwachsend. Der wissenschaftliche Gattungsname der Holunderarten lautet Sambucus L. und bezeichnet den Farbstoff in den Holunderbeeren. Der Holunder gehört zur Familie der Geißblattgewächse, zu der 21 verschiedene Holunderarten gehören.

Der Schwarze Holunder ist in Deutschland weit verbreitet. Er findet sich in ganz Europa, wobei seine nördliche Vegetationsgrenze von Südschweden bis hinüber nach Litauen verläuft. Meist wird der Holunder von August bis September geerntet.

Es gibt wohl kaum eine andere Heilpflanze, die für uns Menschen derart ergiebig ist. Verwendet werden können die Blüten, die Blätter, die Rinde, die Beeren und die Wurzel. Die Beeren sind reif, wenn sie eine blauschwarze Färbung zeigen. Es kann natürlich sein, dass sie ab und zu Beerendolden mit einzelnen, noch grünen Beeren ernten. Doch keine Bange! Der in diesen Beeren enthaltene Giftstoff Sambunigrin wird durch den Erhitzungsvorgang bei der Weiterverarbeitung, zum Beispiel Saft, zerstört und schadet der Gesundheit dadurch nicht.

Die Heilkraft des Holunders beruht auf seiner speziellen Stoffkombination. Nennenswert ist sein Gehalt an ätherischen Ölen (Holunderblüten), Vitamine A, Vitamine B1, B2 und das Niacin. 1 Liter Holundersaft enthält ca. 40 mg Niacin (empfohlene Tagesmenge liegt bei 10 bis 20 mg), hilft gegen Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Auch Vitamin C ist in größerer Menge enthalten - 26 mg pro 100 Gramm. An Mineralien ist erwähnenswert der Gehalt an Kalium, Kalzium und Phosphor. Holundersaft enthält wesentlich mehr Gerbstoffe als andere. Die Rinde des Holunders liefert Basisstoffe für die Zubereitung von Arzneimitteln.

Pflücken sie keine Beeren, die zu nah an der Straße wachsen, da sie durch Staub und Abgase verdorben sind. Gute Holunderbeeren sind glänzend schwarz. Da Holunder als Fruchtdolde geerntet wird, möglichst Gummihandschuhe bei Ernte oder Verarbeitung tragen, da er hartnäckige Flecken gibt. Am besten lassen sich die Beeren mit einer Gabel vom Stiel trennen. Holunderbeeren sollten nur im gekochten Zustand verzehrt werden, wobei die vollreifen Beeren das giftige Sambunigrin kaum noch enthalten. Erfahrenen Holunderköche lassen die geernteten Beeren noch einige Tage in der Sonne nachreifen. Holunderbeeren verderben schnell und müssen sofort verarbeitet werden.

_Preiselbeeren_ Die Wälder in Skandinavien sind das Hauptverbreitungsgebiet dieser Frucht. Sie gehören wie die Heidelbeere zur Familie der Erikagewächse. Die anfangs weißen Wessen, später leuchtend rote Beeren wachsen traubenförmig an kleinen bis zu 30 cm hohen Sträuchern. Sie haben wenig, aber saftiges Fruchtfleisch. Man kann es kaum glauben, aber sie enthält mehr Zucker als die Heidelbeere, aber der Säuren wegen wird die Süße überdeckt. Die Kulturpreiselbeere mit größeren Beeren gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten. Anbauflächen finden sich vor allem in der Lüneburger Heide. Preiselbeeren halten bei kühler Lagerung und hoher Luftfeuchtigkeit bis zu 8 Wochen. Preiselbeeren kann man im eigenen Saft aufbewahren, weil die Beeren alle nötigen natürlichen Säuren und Zucker enthalten. Roh isst man sie kaum, sie überzeugen jedoch als Kompott, Mus, Konfitüre und Saft.

Die Preiselbeeren enthalten wichtige Mineralien, wie Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium sowie viel Vitamin C. Sie sind auch sehr günstig für die Verdauungsorgane und auch das enthaltene Pektin wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus.

Regelmäßiger Verzehr von Preiselbeeren beugt Harnwegsinfektionen vor. Der sekundäre Pflanzenstoff verhindert, dass sich Bakterien in die Harnwege einnisten und dort oder in der Blase Entzündungen verursachen.

Stichworte: Brombeere, Holunder, Info, Information, Obst, Preiselbeere
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:Quelle : Kochfreunde-Rezeptsuche (http://kochfreunde.ruhr-uni-bochum.de)

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